Die Geschichte des Schulcampus

Von der Trachtenfabrik zum Bildungsort

Die Geschichte der Feldmochinger Straße 7

1930er-Jahre

Der Anfang

In den 1930er-Jahren gründete Michael Unholzer, gemeinsam mit seiner Frau Anna (geb. Rup) und deren Schwester Babette Rup ein kleines, ambitioniertes Familienunternehmen: die Trachtenfabrik Michael Unholzer. Ihre ersten Produkte – handgenähte Trachtenhosenträger – entstanden in Privatwohnungen in der Auenstraße und der Pestalozzistraße. Die beiden Frauen nähten, Michael Unholzer verkaufte.

1930er-Jahre
1936

Ein Grundstück mit Geschichte

Im Jahr 1936 erwarb Michael Unholzer das Grundstück an der Feldmochinger Straße 7 samt zweier bestehender Gebäude vom Zimmermeister Georg Bucher. Die Familie – Michael, seine Tochter Eleonore, Ehefrau Anna und deren Schwester Babette – zog in das Haupthaus ein. Die ehemalige Schreinerei auf dem Gelände wurde in eine kleine Produktionsstätte umgewandelt. Das Grundstück lag zu jener Zeit in einer dünn besiedelten Gegend – die heutige neu errichtete St. Martinskirche stand damals noch völlig frei.

1936
1956

Wachstum und Wandel

Mit handwerklicher Präzision und viel Liebe zum Detail wuchs das Angebot: Neben Hosenträgern wurden bald auch Trachtenjacken, -mäntel und -hosen gefertigt. Unholzer setzte von Anfang an auf die Beschäftigung von Frauen, viele davon aus der Umgebung.

Während der NS-Zeit war das Unternehmen gezwungen, Soldatenbekleidung zu vorgegebenen Preisen zu produzieren – dennoch versuchte Unholzer, seine Stammbelegschaft zu halten.

Nach dem Krieg erlebte die Trachtenfabrik einen neuen Aufschwung. Mit modernen Nähmaschinen, Fließbändern und sogar selbst hergestellten Knöpfen und Verpackungen wurde der Betrieb ausgebaut.

Ein Highlight in der Firmengeschichte: 1956, zum 20-jährigen Jubiläum, lud Michael Unholzer seine gesamte Belegschaft zu einer 13-tägigen Mittelmeer-Kreuzfahrt ein – ein Zeichen für Zusammenhalt und Anerkennung.

1956
1957–58

Ein Ort mit Charakter

Das Gelände wurde liebevoll gestaltet: mit einem kleinen Park, Rehen, Hütehunden, einem neuen Fabrikgebäude (1957–58), einem schmiedeeisernen Zaun und kunstvoller Lüftlmalerei an Haus und Fabrik. Die Villa wurde erweitert – ein Ensemble aus Handwerk, Kunst und Lebensgefühl.

1957–58
1959-2006

Generationenwechsel und Neuausrichtung

Nach dem Tod Michael Unholzers im Jahr 1959 übernahm seine Frau Anna die Leitung der Firma. Später setzte sie Peter Schamberger, den Ehemann ihrer Stieftochter Eleonore („Lore“), als Geschäftsführer ein. Die Familie Schamberger war in München durch ihre traditionsreiche Gärtnerei bekannt.

Die Produktion lief bis ins Jahr 1991, dann wurde die Firma aufgelöst. Lore Schamberger gründete 2006 eine Stiftung, die seitdem den Grundbesitz verwaltet.

1959-2006
2006-2020

Ein Ort für Kreativität

Nach dem Ende der Produktionszeit begann ein neues Kapitel: Zunächst wurde das Areal von einem Institut der LMU genutzt, später von Künstlern, Fotografen und Filmemachern – das Gelände wurde zu einem kreativen Hotspot in München. Später verfiel das Gebäude zusehends, bis es im Jahr 2020 von der Familie Eckerl als Erbpachtvertrag erworben wurde.

2006-2020

Die Entwicklung in Bildern

Baufortschritt unseres Schulcampus

März 2026: Die Villa wird saniert